Wie es dazu kam...
Entgegen aller Vorurteile, Volksmusik sei nur was für alte, stumpenrauchende Leute, taten sich im Sommer '06 drei Freunde (Jeannine, Luzia, David) zusammen, um der Welt zu beweisen, dass Volksmusik nicht nur oben gennante Bevölkerungsgruppe begeistern kann, sondern durchaus auch alle anderen tanzfreudigen Menschen auf diesem kleinen Planeten. Gespielt wird irische und osteuropäische Musik; eigenes aber auch vieles, was einem zuweilen in einem Pub in den Gehörgang kriecht. Nach ein paar Proben gab die Band schon ihr erstes Strassenmusikkonzert, nochmals eine Woche später kam der Perkussionist (Yannick) hinzu. Dann ging es schon wieder auf die Strassen der Schweiz, wo die Band ihrem Musikwahn freien Lauf lassen konnte.
Der Freude am spannenden Zusammenspiel ist es auch zu verdanken, dass Sméar Dubh immer wieder an Projekten mitwirkt, wo die Musik mit einem anderen Medium in Verbindung gesetzt wird. So zum Beispiel die musikalische Begleitung (nebst einem klassischen Orchester) zu einem Kindertheater oder anfangs '07 zu einem Stummfilm. Kritische Stimmen blubbern, dass die Band deswegen noch nie ein ordentliches Bühnenkonzert auf die Reihe gekriegt hat. Doch wer uns kennt, wird wissen, dass Sméar Dubh das genaue Gegenteil dessen verkörpert, was der grobe Durchschnitt unter "ordentlich" versteht und ausserdem macht Strassenmusik Laune, ätsch.
Im Frühling '07 wuchs die Band um zwei weitere Mitglieder an. Marina (Bass, wir brauchen Bass!), die schon früher mit David und Yannick an verschiedenen Projekten mitgearbeitet hatte, spielt seit dem März mit. Und Jonas (das mit dem wohl dramatisten Gesichtsausdruck gespielte Akkordeon überhaupt) sorgt seit dem April für noch mehr Vielfalt in unserer Musik. Was im Sommer '06 als braves irisches/osteuropäisches Strassenmusikprojekt begann, wandelte sich im Verlauf der Zeit zu einem wilden Stil, wo viele verschiedene Musikrichtungen vereint werden und schnell einmal bolivianische Kämpferlieder mit Elementen aus anderen Regionen der Welt vermischt werden. Anfang '08 verliess uns Marina wieder. Sie hatte eine Anfrage eines amerikanischen Verlags bekommen. Nach dem Weggand von Marina bestand die Band nur noch aus fünf Mitgliedern und das war Anlass genug, sich in den Winterschlaf zu begeben. Wahrscheinlich zu wenig Vitamin D...
Ein knappes halbes Jahr und viele Aufbaupräparate später versammelte sich Sméar Dubh wieder, fragte Marie Tanner (le violoncelle exquisite) ob sie nicht bei uns mitmachen möchte, sie sagte ja, die Demo-Cd wurde fertig gestellt, eigene Kompositionen, zum ersten Mal mit Text, wurden angegangen, und alles ging plötzlich wieder sehr schnell und da stehen sie nun im Moment, die sechs von Sméar Dubh: Vor der selbstauferlegten, nicht ganz leichten Aufgabe, ein komplett neues Set zu schaffen, welches unserem Bedürfnis nach mehr Geschichten aus dem Grossstadtleben, den Problemen eines doppelten Kopfes und morderner Musik und Chanson nachkommt. Grins.





